Wer erfand Kendo – wer hat Kendo erfunden

Kendo – Der Weg des Schwertes. Ken das „Schwert“ und „Do“ der Weg ist nicht nur ein Weg. Man muss ihn beschreiten, um sich selbst und seine Grenzen kennenzulernen. Kendo hat seinen Ursprung in Japan und wird oft mit den Schwertkämpfen der Samurai verglichen. Das ist nicht verwunderlich, da Kendo seinen Ursprung im Schwertkampf hat und es nicht nur wichtig ist die Technik zu erlernen, sondern auch die mentale Stärke, wie Entschlossenheit, Durchsetzungsvermögen, Charakter und die moralische Stärke, so wie es einst die Samurai taten. Das Ziel von Kendo ist nicht nur die Erlangung körperlicher Fitness durch das strapaziöse Training, sondern es ist die Erlangung von Harmonie zwischen Körper und Geist. Nach heutigen Maßstäben bedeutet das:

  • Erlernen der Methode der Schwertführung
  • Ethik- und Morallehre
  • Gestaltung des Lebensweges

Was ist Kendo?

Kendo gibt es seit ca. 150 Jahren und ist eine japanische Fechtsporart. Seinen Ursprung hat Kendo im Kenjutsu, die „Kriegskunst des Schwertes“. Es ist die Art des Schwertkampfes, wie sie auch von den Samurai ausgeführt wurde. Der Gegner sollte im Kampf besiegt und zumeist getötet werden. Im Kendo wird statt mit einem Schwert mit einem Bambusstock (Shinai) gekämpft. Um Verletzungen zu vermeiden, schützen sich die Kämpfenden mit einer Rüstung (Bogu). Kendo ist ständigen Veränderungen unterworfen, die bis in unsere heutige Zeit hineinreichen. Zwar haben viele Kenjutsu-Schulen Kendo nachhaltig beeinflusst, aber eines blieb bis heute immer gleich, die strengen Regeln und Zeremonien. Aus diesem Grund wenden sich viele jüngere Menschen vom Kendo ab, weil ihnen die Regeln zu streng und altertümlich erscheinen. Aber Kendo wird in Japan nicht nur als reine Sportart betrachtet, sondern hat auch auf die Charakterentwicklung des Menschen einen großen Einfluss. Das japanische Kultusministerium betrachtet Kendo deshalb als eine Art Leibeserziehung und hat die relevanten Eigenschaften in “Richtlinien für Kendo an Schulen” wie folgt festgelegt:

  • Entwicklung der Körperkraft, Schnelligkeit und Gelenkigkeit
  • Erlangung einer korrekten Körperhaltung
  • Förderung der Aufmerksamkeit und Entschlussfähigkeit
  • Entwicklung des Verantwortungsbewusstseins und der Selbstständigkeit
  • Achtung des Mitmenschen bei gleichzeitiger Würdigung des Zeremoniellen
  • Pflege der Gesundheit im Sinne einer Vorbeugung

Die Ausrüstung im Kendo

Zuerst benötigt man die Kleidung oder Uniform bestehend aus dem Keiko-Gi und dem Hakama. Das Keiko-Gi ist eine Jacke aus derber Baumwolle in den Farben Weiß und Dunkelblau mit einem Brustband in Brusthöhe. Welche Farbe man bevorzugt ist jedem Selbst überlassen. Da diese Jacke beim Waschen einläuft, wird empfohlen, die Jacke eine Nummer größer zu kaufen.

Der Hosenrock (Hakama) reicht bis zu den Fußgelenken und ist meist aus Baumwolle. Aber mittlerweile werden sie auch aus Kunstfasern hergestellt. Auch bei dem Hakama aus Baumwolle empfiehlt es sich gleich eine Nummer größer zu kaufen, weil er beim Waschen einläuft. Es wird außerdem empfohlen den Hosenrock vor dem ersten Tragen in ein Wasserbad einzutauchen und an die Körpergröße anzupassen und zusätzlich mit einem Farbfestiger zu behandeln, da es bei der Erstanwendung sehr leicht färbt. Nachdem man sich nun eingekleidet hat, benötigt man das Shinai, einem Bambusstock (Kosten zwischen 29 und 69 €).

Ein ganz wichtiger Bestandteil im Kendo ist die Rüstung (Bogu), die aus vier Teilen besteht. Dem Men (Kopfschutz), dem Do (Rumpfschutz), dem Tare (Hüftschutz) und die Kote (Handschützer). Zwar schreckt man vor dem hohen Preis (Standard ca. 500 €, Professional ca. 900 €) zurück, aber diese hochwertigen Rüstungsteile schützen vor schweren Verletzungen und sind aus diesem Grund ihren Preis wert. Die Pflege der Rüstung ist extrem wichtig, um seine Gesundheit nicht zu gefährden. Insbesondere achte man auf Folgendes, zum Beispiel:

  • dass die Men-Stäbe nicht gebrochen sind,
  • dass sich das Tsuki-Tare (Kehlkopfschutz) nicht löst,
  • dass das Innenleder und die Polsterung der Kote nicht beschädigt ist,
  • dass die Bambusstäbe an der Innenseite nicht gebrochen sind etc.

Kendo – Die Grundlagen

Die Haltung: Die natürliche Körperhaltung wird Shizentai (Bereitschafts- oder Grundstellung) genannt. Sie ermöglicht das mühelose Ausführen schneller und sicherer Bewegungen sowohl stabil und ausdauernd als auch ästhetisch. Hieraus entwickelt sich die korrekte Körperhaltung, die Kamae.

Die Wahrnehmung (Metsuke): Im Kendo ist es äußerst wichtig, die innere und äußere Bewegung des Gegners sofort wahrzunehmen. Und zwar nicht nur optisch, sondern auch intuitiv. Der Blick richtet sich nicht nur auf eine Stelle, sondern man fixiert den Gegner mit einem Blick vom Kopf bis zu den Fußspitzen, so als wolle man einen Berg fixieren. Keinesfalls kündigt man mit seinem Blick die zu beabsichtigte Angriffsfläche des Gegners an. Die Augen und das Shinai müssen unbedingt ruhig sein. Hält man das Shinai und die Augen unruhig, so muss besonders scharf auf Maai und Kikai (Gelegenheit) geachtet werden.

Die Etikette: Kendo beginnt mit der Begrüßung und endet mit dem Abgrüßen. Nicht nur aus traditioneller Sicht muss die Etikette befolgt werden, sondern weil Kendo eine Kampfsportart ist, müssen Grenzen gesetzt und diese eingehalten werden. Denn der Gegner soll nicht vernichtet, sondern ihm soll vielmehr Respekt entgegengebracht werden. Auch in der Fechthalle, dem Dojo, wahrt man stets die Etikette. Damit ist nicht nur die Begrüßung gemeint, sondern auch die ordentliche Behandlung der Ausrüstung anderer und seiner eigenen. Niemals trete man über die Ausrüstung anderer und seine eigene Ausrüstung lege man so, das andere nicht darüber steigen müssen.

Kendo darf man nicht nur unter den Aspekt einer Kampfmethode betrachten und bewerten, denn niemals darf man vergessen, dass das intensive körperliche Training ebenso wie die Verfeinerung der Techniken nach wie vor auch die Erhaltung und Formung eines gesunden Geistes und Körpers mit sich bringt. Beides sind Grundvoraussetzungen für eine gesunde Lebensführung. Kendo ist wichtig für die Bildung eines Gemeinschaftssinns und zur Entwicklung des eigenen Verantwortungsbewusstseins.

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