Wer erfand des Grog

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Der steife Grog und seine Geschichte. Der Grog soll eine Erfindung der Mannschaften auf den Schiffen der Royal Navy sein. Und die Briten trinken ihn immer noch gern. In Deutschland war er im Norden populär. Die Briten sollen ihn erfunden haben, den Grog. Ein alkoholisches Heißgetränk, bei dem der Alkohol im Regelfall aus der Buddel mit Rum stammt. Es gibt ein ganz schlichtes Grundrezept für einen „steifen Grog“: Rum muss, Zucker darf, Wasser braucht’s nicht unbedingt.

Wobei das auf Platt noch viel schöner klingt: Rum mut, Zucker kann, Water bruuk nich.

Die Zubereitung von Grog einst und jetzt

Die Zubereitung ist denkbar einfach. Wasser zum Kochen bringen. Ein Glas auf das heiße Wasser vorbereiten. Das bedeutet, dass in das Glas ein spezieller Stößel für die Grogbereitung kommt. Der soll dafür sorgen, dass die ungeheure Wärmeenergie des kochenden Wassers so weit gebändigt wird, dass das Grogglas diesen Angriff auf seine zarten Wände unbeschadet übersteht. Ist solch ein Stößel im binnenländischen Haushalt nicht vorhanden, dann darf auch ein Teelöffel diese Aufgabe übernehmen. Dennoch das kochende Wasser bitte langsam in das Glas geben. Nun zwei oder mehr Stücke Würfelzucker dazu geben und im Wasser lösen lassen. Dann kommt in norddeutschen Kneipen ein Fläschchen Rum mit 4 cl Inhalt in das Glas. Gute Häuser sind daran zu erkennen, dass auch das Rumfläschchen vorgewärmt wird.

Bedauerlich ist, dass diese Portionsflaschen erfunden wurden. Zum einen, weil diese kleinen Flaschen einen Riesenberg an Altglas erzeugen. Zum anderen, weil es in der guten alten Zeit alles ganz anders geregelt wurde. Da stellte der Wirt eine große Flasche Rum auf den Tisch. Die Gäste bestellten heißes Wasser, dass natürlich recht teuer berechnet wurde. Und bedienten sich selbst nach Geschmack aus der Buddel mit Rum. Knickerige Gastwirte waren daran zu erkennen, dass die den Füllstand der Flasche markierten, wenn sie die auf den Tisch stellten. Und dann nach Abschluss der Rumkur den verblieben Pegel notierten und die Rechnung nach verbrauchtem Rum aufmachten.

Die Geschichte des Grogs

Der Grog soll auf den Schiffen der britischen Marine im 17. oder frühen 18.Jahrhundert kreiert worden sein. Denn bis 1970 bekam jedes Besatzungsmitglied auf einem Schiff der Royal Navy täglich ein Deputat Rum als Teil der Verpflegung. Die Wirkung war klar. Die Mannschaften soffen wie ein Loch und die angeheiterten Matrosen wurden zu einem Risiko für die Sicherheit der Schiffe. Da gab der englische Vizeadmiral Edward Vernon 1740 die Order, den Rum nur noch mit Wasser verdünnt zu trinken. Dieses Gemisch verfeinerten die Matrosen noch mit Zucker und Limettensaft. In der kalten Jahreszeit wurde dann das Wasser erwärmt. Der Grog hatte das Licht der Welt erblickt. Und Vizeadmiral Edward Vernon sorgte auch für die Bezeichnung der heißen Mischung. Er wurde als „Old Grog“ bezeichnet, weil er fast immer einen Umhang aus Grogram, so wurde ein Gemisch aus Wolle und Seide bezeichnet, trug.

Der Grog in Deutschland

Der wichtigste Grundstoff für den Grog ist der Rum. Und dessen Grundstoff ist Zuckerrohr. Das wächst in tropischen Regionen wie Westindien recht gut. Dort hatte die dänische Krone einige Besitzungen. Von dort und später von Jamaica holten Flensburger Kaufleute und Reeder das hochprozentige Getränk. Sie lagerten es in ehemaligen Weinbrandfässern und verliehen dem eigentlich klaren oder weißen Rum so die goldgelbe Farbe. Schließlich wurde der über 70 Prozent Alkohol enthaltende echte Rum mit dem dafür besonders gut geeigneten weichen Flensburger Wasser verschnitten. Als Rum-Verschnitt aus der Rumstadt Flensburg kam er dann in den Handel. Über 200 Rumhäuser gab es einst in Flensburg. Nur noch eines, die Firma Johannsen Rum, bewahrt heute die Tradition. Und in Norddeutschland wurde er in der kalten Jahreszeit zu Grog verdünnt. Damit wurde Liebeskummer ertränkt und die unvermeidliche Erkältung bekämpft. Auch Grippeepidemien sollen die Nordlichter so überstanden haben. Denn wer nur genug von diesem Teufelszeug trinkt, der nimmt schließlich auch die Symptome der Schweinegrippe nicht mehr wahr.

Varianten des Grogs

Statt Rum wird gern auch Grog aus Arrak oder Weinbrand zubereitet. Hartgesottene Zeitgenossen greifen auch zum Stroh Original 80 und stellen so eine Verwandtschaft mit dem Jagatee her.

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