Gutenberg und der Buchdruck

Mit seinen beweglichen Metalllettern revolutionierte Johannes Gutenberg den Buchdruck. Dabei gelangte er erst spät zu Ruhm und Anerkennung.

Johannes Gutenberg hieß nicht immer schon Gutenberg. Als Johannes Gensfleisch wurde der spätere Erfinder um 1400 auf dem Hof zum Gutenberg in Mainz geboren. Mainz war schon zu der Zeit eine reiche Handelsstadt. Sein Vater Friedel Gensfleisch war wohlhabender Kaufmann und Patrizier, seine Mutter Tochter eines Krämers. Von seinem Vater erbte Johannes den Hof nach dem er sich später selbst benannte.

Johannes wurde im Stift St. Viktor außerhalb der Mauern von Mainz aufgenommen. Hier sollte der Junge die Sprache der Gebildeten lernen, denn es war im 15. Jahrhundert noch bedeutender als heute, Latein zu können. Als es dann aber wegen der stagnierenden finanziellen Lage um 1428 zu Auseinandersetzungen zwischen den politisch regierenden Familien kam, beschlossen auch die Gutenbergs, die Stadt Mainz zu verlassen. Hintergrund war die Forderung der sich in Zünften zusammengeschlossenen Handwerker, dass auch die Patrizier die selben Steuern zu zahlen hätten wie sie selbst.

Die Gutenbergs verließen Mainz

Die Familie Gutenberg ging in das 20 km von Mainz entfernte Altavilla im Rheingau (das heutige Eltville) und zog sich auf das Anwesen von Gutenbergs Mutter zurück. Bis heute ist dieses bekannt als die Gensfleischer-Häuser erhalten. Hier in Eltville besucht Gutenberg dann auch weiter die Lateinschule. Im Wintersemester 1419 studierte ein Johannes Altavilla an der Erfurter Universität. Wahrscheinlich handelt es sich hier um den Johannes, der vom Gutenberg Hof nach Altavilla gezogen war und sich nun danach nannte. Hier an der Universität kam er womöglich auch in Kontakt mit einer der Schreibstätten. Von Mönchen geleitet, wurden hier Schriften von Studenten vervielfältigt. Durch die handschriftliche Abschrift kam es aber immer wieder zu Schreibfehlern oder sogar zu Umformulierungen.

Nach dem Studium entwickelte er seine Ideen in Straßburg weiter

1434 kam Johannes Gutenberg nach Straßburg. Nach Beendigung seiner Studien ließ er sich hier als Goldschmied nieder. In einer dem Humanismus offenen Stadt und einer von Wissbegierde der Menschen getriebene Zeit, waren die Möglichkeiten schnell ausgeschöpft. Gutenberg erkannte die Notwendigkeit einer Vervielfältigungsart, die Bücher schneller anfertigen konnte, als die Schreiber. Er besorgte sich Blei und ließ eine Presse anfertigen. Der gerissene Geschäftsmann konnte wohlhabende Gläubiger finden, die ihn finanziell unterstützten, denn die 310 Gulden, die er von seiner Mutter nach deren Tod 1433 geerbt hatte, wurden von der Stadt Mainz zurückgehalten.

1448 kehrte der Gelehrte Gutenberg wieder zurück nach Mainz. Wahrscheinlich erschuf er erst hier die endgültige Buchpresse, mit der er seine Bibel druckte. Maßgeblich dafür ist die Erstellung von Gussformen, mit denen er immer gleiche Buchstaben-Letter anfertigen konnte.

Auch hier findet der geschäfttüchtige Unternehmer einen Unterstützer, den Mainzer Advokat Johannes Fust. Die Entwicklung der Buchpresse steht wenige Jahre später kurz vor der Finalisierung. 1452 wurden die ersten Bibeln gedruckt. Doch dann kommt es dann zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Gutenberg und Fust, die vor Gericht endet. Den Prozess verliert Gutenberg. Fust werden die von ihm finanzierten Produkte zugesprochen. Dieser macht aus der Druckstätte zusammen mit Gutenbergs ehemaligen Meisterschüler Peter Schöffer die „Fust und Schöffersche Druckerei“.

Später plötzlicher Ruhm

Gutenberg, der sich abermals Geld geliehen hatte, konnte mit seiner auf dem ehemaligen Gutenberg-Hof eingerichteten Druckerei nicht konkurrieren. Der politische Umschwung durch den Grafen von Nassau in Mainz änderte die Zustände erneut: Gutenberg musste Mainz wieder verlassen. Obwohl er einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung und Kunst des Mittelalters geleistet hatte, verlor er seine Existenz und ging wieder nach Eltville. Dort half er den Brüdern Bechtermünze in deren Druckerei, die auch Aufträge vom Hofe Adolf von Nassaus anfertigten. Nicht geklärt ist bis heute jedoch, wie es zu der Begnadigung Gutenbergs durch den neuen Erzbischof kam. Doch er wurde 1465 zum Hofmann gemacht, von den Steuern befreit sowie bis an sein Lebensende großzügigen Wein- , Getreide-und Kleiderspenden zugesprochen. Er stirbt am 3. Februar 1468 in Mainz und gilt bis heute zu dem Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern.

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