Adam Opel – Der Nähmaschinenhersteller aus Rüsselsheim

Mit der Produktion von Nähmaschinen und Fahrrädern legte Adam Opel den Grundstein für eine der größten Automobilfabriken.

Adam Opel wurde am 9. Mai 1837 in Rüsselsheim geboren. Genau wie seine Brüder Georg und Wilhelm begann er seine berufliche Laufbahn als Schlosserlehrling in der Werksatt seines Vaters. Die Wanderjahre führten ihn unter anderem nach Paris, wo er in einer Nähmaschinenfabrik arbeitete. Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt versuchte er im Herbst 1862, seine eigene Nähmaschinenproduktion aufzubauen.

Den ersten Apparat musste er noch mit bloßen Händen im notdürftig hergerichteten Kuhstall seines Onkels herstellen. Diese Maschine war schnell verkauft, und bald florierte das Geschäft so gut, dass der Jungunternehmer bereits 1868 ein richtiges Fabrikgebäude beziehen konnte. Im gleichen Jahr heiratete er die Gastwirtstochter Sophie Scheller. Fünf Söhne wurden geboren, die nur eine einzige Leidenschaft hatten. das Radfahren. Die Mutter war zwar dagegen, doch der Vater kaufte ihnen fünf Hochräder – und erkannte schnell, dass sich mit dem neuen Verkehrsmittel gutes Geld verdienen ließ.

Friedrich Lutzmann baute das erste Opel-Automobil

1886 wurde das erste Fahrrad in der Fabrik hergestellt. Bald darauf produzierte Opel bereits 16.000 Stück im Jahr. Zudem machten die fünf Söhne (Carl, Wilhelm, Heinrich, Fritz und Ludwig) als erfolgreiche Radrennfahrer mit Hunderten von Siegen die Marke populär. Nach dem Tod von Adam Opel im Jahr 1895 modernisierten sie die Fertigung und suchten nach einem weiteren Standbein für die Firma. Bald stand der Entschluss fest, es mit der Automobilherstellung zu versuchen. Das nötige Know-how lieferte der Dessauer Hofschlossermeister Friedrich Lutzmann, der 1894 durch eine gebrauchstüchtige Eigenproduktion bekannt geworden war.

1899 baute er den ersten Opel, ein Gefährt mit Einzylinder-Heckmotor, 3,5 PS und 20 km/h Höchstgeschwindigkeit. Bereits ein Jahr später gab es den „Opel-Patentmotorwagen System Lutzmann“ schon in sechs Karosserieversionen. Die Zusammenarbeit war jedoch nur von kurzer Dauer. 1901 trennten sich die Opel-Söhne von dem Dessauer und gingen mit dem französischen Autopionier Darracq eine Verbindung ein. Darracq-Fahrgestelle wurden in Rüsselsheim mit einer Karosserie versehen und unter der Vertriebsbezeichnung „Opel-Darracq“ in den Handel gebracht. Das Grundmodell hatte einen 1,3-Liter-Einzylinder-Frontmotor mit neun PS.

Opel-Sportwagen waren sehr erfolgreich

Die erste Opel-Eigenproduktion wurde 1902 vorgestellt, der kompakte Tonneau 10/12 PS mit Zweizylindermotor. Ein Jahr später folgte bereits der erste Opel-Vierzylinder. Leisten konnten sich so ein Automobil damals nur wenige Begüterte. Große Stückzahlen waren nur mit preiswerteren Verkehrsmitteln zu erreichen, mit dem Motorrad beispielsweise. In Rüsselsheim erkannte man diesen Trend recht schnell und baute motorisierte Zweiräder.

Auch im Sport war die Marke erfolgreich. Die Wagen siegten in Deutschland ebenso wie in Frankreich, Belgien und den Vereinigten Staaten von Amerika. Geld wurde zu dieser Zeit überwiegend mit Tourenwagen der Luxusklasse verdient. Spitzenmodell 1906 war der Opel 45/50 PS mit stolzen acht Litern Hubraum. In der Topversion kostete er mehr als 22.000 Mark. Anfang des 20. Jahrhunderts begann Opel mit der Produktion des ersten Volksautos.

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