Wer erfand das Fallschirm

Fallschirm

Fallschirm – eine Erfindung von André-Jacques Garnerin. Fallschirme sind in erster Linie dafür da, Personen oder Gegenstände aus der Luft unversehrt zu Boden zu bringen. Dabei gibt es zwei verschiedene Arten der Fallschirme: Rundkappen- und Flächen- oder Gleitfallschirme, die sich prinzipiell nur im Aussehen unterscheiden.

Dienen sie einem sportlichen Zweck, werden sie als Luftsportgeräte verwendet und sind daher Sprungfallschirme. Setzt man sie zur Rettung einer Person in Luftnot ein, redet man von Rettungsfallschirmen. Werden Güter wie Hilfspakete mit diesen Schirmen befördert, gelten sie als Lastenfallschirme.

Fallschirm – erste Aufzeichnungen

Der Fallschirm ist neben dem Drachen eines der ältesten Luftfahrtgeräte und geht auf eine lange Geschichte zurück. Erste künstlerische Zeichnungen gibt es aus der Zeit des chinesischen Kaisers Fo-Kien, der anlässlich seiner Krönungsfeier (1306) Artisten mit Fluggeräten von hohen Türmen springen ließ. Dies diente der Unterhaltung.

In den 1470er, über ein Jahrhundert später, wird der Fund eines anonymen italienischen Manuskripts verzeichnet, das einen fallschirmähnlichen Entwurf aufweist. Die bis dahin dilettantisch wirkenden Schirme werden 1483 von einer technisch ausgefeilteren Skizze des Universal-Genies Leonardo da Vinci übertrumpft, die er in seinem Codex Atlanticus präsentierte.

Inspiriert von Leonardos Entwürfen konstruierte der Gelehrte Faust Vrancic ebenfalls eine Version des Fallschirms. Technikhistoriker glauben, dass diese Entwürfe den Ursprung des heutigen Rundkappenfallschirms bilden, zumal 2000 und 2008 Fallschirmspringer die Funktionsfähigkeit von Leonardos pyramidenförmigem Design demonstrierten.

Fallschirm – technisch ausgereifte Version

Mit dem Sprung des Franzosen Louis-Sébastien Lenormand, der 1783 in Montpellier mit einem selbst gebauten Fallschirm vom Turm des Observatoriums schwebte, begann die eigentliche Entwicklungsgeschichte.

Der Franzose André-Jacques Garnerin war der erste Mensch, der 1797 freiwillig mit einem Fallschirm aus einem selbst konstruierten Wasserstoffballon in 400 Meter Höhe sprang und gilt daher als Erfinder des Fallschirms. Ebenso engagiert wie Garnerin war auch seine Ehefrau Jeanne-Geneviève Labrosse, die ein Jahr später als erste Frau einen Ballon selbständig lenkte. 1799 sprang sie als erste Fallschirmspringerin aus 900 Metern Höhe.

Um dem Frauenanteil auch weiterhin gerecht zu bleiben, sollte die Luftfahrt-Pionierin Käthe Paulus erwähnt werden, die im 19. Jahrhundert den zusammenfaltbaren Fallschirm ins Leben rief. Zwei weitere Eckdaten stellen die Erfindung des Rucksack-Fallschirms durch den Russen Gleb Kotelnikow 1912 dar, ebenso wie der Sprung des US-Army-Captains Albert Berry, der als erster Mensch im gleichen Jahr mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug stürzte.

Fallschirmspringen als Hobby und als Sport

In den 50er Jahren entwickelte sich Fallschirmspringen zu einem Hobby. Adrenalinjunkies wagen seitdem den Absprung aus schwindelerregenden Höhen. 1960 sprang der Amerikaner Joseph Kittinger mit einem Spezialfallschirm aus einem Ballon in 31.332 Meter Höhe und landete 9 ½ Minuten später. Das war der bisher höchste Fallschirmsprung der Geschichte.

Anfang der 70er Jahre erhielten die ersten Flächenfallschirme Einzug in die sportliche Disziplin. Bill Booth entwickelte dafür das 3-Ring-System, das aus Fallschirmen ein sicheres und zuverlässiges Konstrukt machte. Ein Versagen des Fallschirms kann heute fast gänzlich ausgeschlossen werden, zumal die Technik mittlerweile so weit fortgeschritten ist, dass das Material sowie das Öffnungssystem ausgereift sind.

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