Wer erfand Chanbara – wer hat Chanbara erfunden

Wo kommt Chanbara her? Wie funktioniert dieser Sport? Was gehört zur Ausrüstung? Den Sport Chanbara gibt es seit den frühen 1970er Jahren. Entwickelt wurde Chanbara von einer Reihe japanischer Kampfkünstler und Schwertmeister um Tetsundo Tanabe. Zusammen begründeten sie einen völlig neuen Stil im Schwert- und Waffenkampf. Ihr gemeinsames Ziel war es, der modernen japanischen Gesellschaft die Tradition der Samurai auf eine neue Weise und dies möglichst zeitgemäß näher zu bringen. Chanbara ist eine Umwandlung des Samurai-Kampfes in eine moderne Schwert- und Waffenkunst.

Die Samurai sind auch unter der Bezeichnung „Ritter des Fernen Ostens“ bekannt. Sie waren der Kriegsadel im vorindustriellen Japan. Deren tödlichen Samurai-Schwerter ersetzen beim modernen Chanbara Kampfsport jedoch gepolsterte Waffen. Somit gilt eine waffenbedingte Verletzung als praktisch ausgeschlossen. Chanbara ist ein Sport, welcher für alle Altersgruppen zu erlernen ist. Er dient zur Steigerung der Fitness und trägt zur Verbesserung des Gleichgewichtssinnes bei. Schnelligkeit, Beweglichkeit sowie die allgemeine Ausdauer werden außerdem erhöht. In Japan gehört Chanbara mittlerweile zum Schulsport und in Rumänien bekommt der zuständige Chanbara-Verband jährlich eine staatliche Förderung von rund 100.000 Euro.

Ausrüstung

Der Japaner Tetsundo Tanabe und sein Team haben Schwerter für den sicheren Zweikampf entwickelt. Diese beugen nicht nur Verletzungen vor, sondern machen zudem auch eine schwere und damit eher hinderliche Schutzbekleidung überflüssig. Auch wenn der Sport als relativ verletzungsfrei gilt, sollte trotzdem ein Kopfschutz getragen werden. Diese nennt sich „Men“, das ist japanisch und bedeutet „Gesicht“, „Maske“ oder sogar die Gegenstandsbezeichnung genau treffend auch „Gesichtsschutz“. Zur vollständigen Kampfausrüstung, genannt „Tools“ (englisch: „Werkzeuge“), gehören für den professionellen Kampfkünstler des Chanbara außerdem: Kodachi (Kurzschwert), Choken (Langschwert), Tate (Schild). Allesamt sind unter ihren ursprünglichen japanischen Namen bekannt und gebräuchlich. In Deutschland soll vor allem das Langschwert oder Choken verbreitet sein.

Kihon Dosa – Ein Formenlauf des Chanbara

Die Kihon Dosa gilt als einfach zu erlernen, aber schwer zu meistern. Es handelt sich um einen Formenlauf mit den Basisschlägen gegen Kopf (Men), Hand (Kote), Körper (Do), Bein (Ashi) und Hals (Skip). Danach geht es wieder 5 Schritte zurück zur Ausgangsposition. Bei internationalen Meisterschaften muss jeder Kämpfer die Kihon Dosa laufen. Das ist die ist die Voraussetzung, um an Freikämpfen teilzunehmen. Bei einer solchen Meisterschaft wird die Exaktheit der Ausführung und der Ausdruck bewertet. Es laufen dann jeweils zwei konkuriende Partner die Kihon Dosa. Der nach Bewertung der Kampfrichter ausdrucksstärkere Kämpfer gewinnt die Partei, der andere scheidet aus.

Spochan – Sports-Chanbara

„Spochan“ ist die vor allem in Japan gängige Abkürzung für „Sports-Chanbara“. „Spochan Deutschland“ nennt sich auch der offizielle Repräsentant der ISCA (International Sports Chanbara Association) in Deutschland. Oberhaupt des Deutschen Verbandes Keicho Oliver Drexler. Er ist als einziger durch die ISCA authorisiert, Trainerlizenzen und Meistergrade zu verleihen, Prüfungen abzunehmen und Mitgliedschaften Sportschanbara für den Deutschen Bereich zu vergeben. Sportschanbara Deutschland ist offizielles Mitglied der ISCA (International Sports Chanbara Association). Die ISCA ist der japanische Dachverband und damit auch Begründer des Chanbara-Sports. Sie hat ihren Sitz in Yokohama, Japan.

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