Wer erfand Capoeira – Wer hat Capoeira erfunden

Der Kampfsport Capoeira findet auch immer mehr Liebhaber in Europa. Körperbeherrschung und Fitness zu rhytmischen brasiliansichen Klängen, immer zu zweit, das hat auch etwas Tänzerisches. Die Wurzeln des Capoeira kommen aus der brasilianischen Sklavenzeit

Capoeira heißt der Kampfsport aus Brasilien – intensives körperliches Training, das Spaß macht und jetzt auch bei uns immer beliebter wird. Wer einmal in dem preiswerten Urlaubsland Brasilien war und Capoeira etwa in Salvador de Bahia miterlebt hat, wird dieses Erlebnis wahrscheinlich so schnell nicht vergessen. Eine Runde von schwarzen Männer in weißen Hosen und nacktem Oberkörper ist sehr konzentriert bei einem seltsam anmutenden Tanz: Zu den rhythmischen Klängen eines merkwürdigen Instruments aus einem Stock, Draht und einer Kalebasse treten reihum jeweils zwei von ihnen gegeneinander an, während die andern singen und klatschen. Ist es ein Tanz oder ein Kampf? Das ist kaum zu entscheiden und das soll auch so sein beim Kampfsport Capoeira, dem geheimnisvollen brasilianischen Kampftanz.

Brasilianischer Kampfsport als körperliches Training

Der Kampftanz aus Brasilien kommt ursprünglich aus Afrika. Sklaven, die aus Afrika nach Brasilien verschleppt wurden, versuchten sich körperlich fit zu machen und tarnten ihr Training als eine Art Tanz. Capoeira war ihre geheime Waffe. Von Musik begleitet, trainierten sie für ihren Befreiungskampf und bewahrten so ihre kulturelle Identität. Lange Zeit verboten, ist Capoeira zu einer anerkannten Sportart geworden, die gleichzeitig zur Selbstbehauptung und Verteidigung dient. Viele brasilianische Tänzer und Musiker beherrschen Capoeira meisterhaft. Sie treten mit ihren Füßen dermaßen schnell ineinander, agieren voller Tücke und landen ihre Finten beim Angriff so blitzartig, dass man zunächst kaum sehen kann, welcher der beiden Kampfsportler gerade den andern angreift und welcher verteidigt. In ihre rasend schnellen, drehenden Bewegungen bauen sie geradezu akrobatische Übungen ein. Einige vollführen mit ihrem Körper Kunststücke auf höchstem Niveau.

Trend aus Brasilien: Capoeira mit Berimbau-Rhythmen

Schon das Zuschauen beim Capoeira macht riesigen Spaß. Es sieht fast aus wie ein Spiel. Die Zuschauer und Musiker stehen im Kreis zusammen, in der sogenannten „Roda“. Zwei junge weißgekleidete Brasilianer sind dabei, sich gegenseitig auszutricksen, begleitet vom Rhythmus der Berimbaus und Trommeln, während die Umstehenden dazu singen und klatschen. Der eine schlägt Rad und steht gerade wieder auf den Beinen, während der andere sich blitzschnell auf dem Kopf um sich selbst dreht und völlig unvermittelt einen Tritt landet, der den andern mit Sicherheit zu Fall gebracht hätte, wenn dieser sich nicht gerade eine zehntel Sekunde vorher mit einem rasanten Überschlag davongemacht hätte, nur um schleunigst wieder anzugreifen, kaum dass er wieder auf den Beinen gelandet ist. Angefeurert von denjenigen, die gerade nicht dran sind, bis die beiden Akteure schweißnass den nächsten Platz machen. Stundenlang, immer im Rhythmus der brasililanischen Berimbaus – spezielle Instrumente aus einem bogenformigen Holzzweig, mit einer Saite aus Draht bespannt und an der unteren Seite mit einem Klangkörper aus einer ausgehöhlten Kalebasse bestückt.

Capoeira – beliebter Schaukampf in Salvador de Bahia

Die Spannung beim Capoeira entsteht vor allem dadurch, dass die Akteure mit- und gegeneinander agieren. Sie scheinen gleichzeitig zu kämpfen und zusammen zu tanzen. Vor allem in Salvador da Bahia ist zu spüren, dass die Brasilianer beim Schaukampf stolz sind auf ihre kulturellen Wurzeln. Schon die Kinder lernen trommeln und besuchen die Capoeira-Schulen, um den Kampfsport bis zur Perfektion beherrschen. So sieht man in Salvador da Bahia, Brasiliens erster Hauptstadt aus der portugiesischen Kolonialzeit, überall auf den Straßen und Plätzen bestes Capoeira. Vor allem auf dem sogenannten „Pelourinho“, der barocken Altstadt, gibt es Schulen, sogenannte „academias“, in denen anerkannte Capoeira-Meister ihre Kampfkunst lehren.

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