Wer entdeckte Syphilis

syphillis

Syphilis: Eine oft unterschätzte Krankheit. Geschlechtskrankheit, die unbehandelt heute noch tödlich sein kann. Die Syphilis auch harter Schanker genannt ist eine Geschlechtskrankheit. Sie trat erstmals 1494 auf. Der sicherste Schutz ist das benutzen von Kondomen.

Syphilis auch harter Schanker genannt ist eine weitverbreitete, chronische Infektionskrankheit. 1494 trat diese Seuche explosionsartig im Heer Karls VIII. von Frankreich bei der Belagerung von Neapel auf. Dies war kurz nachdem Amerika entdeckt wurde. Das führte zu der Annahme, die Syphilis sei mit den Seeleuten von Kolumbus aus der Neuen Welt nach Europa gekommen. 1905 entdeckte der Zoologe E. Schaudinn und der Dermatologe E. Hoffmann den Spirochaeta pallida als Erreger.

Wie die Syphilis übertragen wird

In den meisten Fällen wird die Syphilis durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Sich über gemeinsam benutzte Gegenstände zu infizieren ist zwar möglich, kommt aber eher selten vor.

Die Geschlechtskrankheit heute

Seit 1956 wird in vielen Ländern eine Zunahme der Infektionsfälle beobachtet. Nachdem die Syphilis in den 1990er Jahren in Westeuropa bereits fast ausgestorben schien, werden seit einigen Jahren auch in Deutschland wieder zunehmend Neuerkrankungen festgestellt. Männer im Alter zwischen 30 und 40 sind am Häufigsten betroffen. Eine Erkrankung ist innerhalb von Deutschland meldepflichtig.

Der Verlauf der Krankheit

Der Krankheitsverlauf wird in vier Stadien eingeteilt:

  • Erstes Stadium (Primärstadium)
  • Zweites Stadium (Sekundärstadium)
  • Drittes Stadium (Tertiärstadium)
  • Viertes Stadium (Neurolues)

Das Erste Stadium – Primärstadium

In diesem Stadium fallen nach drei und sechs Wochen erste Veränderungen auf. Die Infektionsstelle zeigt eine kleine runde, scharf begrenzte rötliche Verfärbung, die zunächst verhärtet und dann geschwürig zerfällt. Benachbarte Lymphknoten schwellen an, bleiben aber schmerzfrei.

Das Zweite Stadium – Sekundärstadium

Im Sekundärstadium kann sich der Krankheitsverlauf über vier bis fünf Jahre hinziehen. Am Anfang kommt es zu Hautausschlägen und uncharakteristischen allgemeinen Erscheinungen. Später befällt die Erkrankung auch die Haut und Organe. Klingt das zweite Stadium ab, kann die Krankheit in eine Latenzphase treten. Der Erkrankte ist in dieser Phase ohne Beschwerden. Diese Phase kann ein Leben lang anhalten.

Das Dritte Stadium – Tertiärstadium

Dieses Stadium tritt meist vier oder mehr Jahre nach der Infektion auf. Sie ist durch zerstörende Prozesse an der Haut und an inneren Organen gekennzeichnet.

Das Vierte Stadium – Neurolues

Das letzte Stadium führt unbehandelt zu Demenz und Tod. Es tritt meist erst nach 10 bis 20 Jahren auf. Hier sind die Hirnhäute, Nervenknoten und –stränge betroffen. Anzeichen sind Lehmungen, Schmerzanfälle, Empfindungsstörungen und Reflexausfälle. Seltene Folgen sind Gehstörungen, Blasen- und Mastdarmstörungen, Sehnervstörungen bis hin zur Erblindung.

Syphilis in der Schwangerschaft

Ist die Schwangere an Syphilis erkrankt, kann die Krankheit über die Plazenta und Nabelschnur auf das ungeborene Kind übertragen werden. Die Folge ist eine Fehlgeburt oder ein infiziertes Kind mit typischen Krankheitszeichen. Allerdings lässt sich das Infektionsrisiko für das Ungeborene mit geeigneten Maßnahmen verhindern.

Behandlung

Seit der Entdeckung des Wirkstoffes Salvarsan im Jahr 1909 und des Antibiotikums Penicillin 1928 ist die Syphilis allerdings gut behandelbar. Im ersten und zweiten Stadium reicht meist eine zweiwöchige Penicillin-Kur aus. Ganz wichtig ist, dass Ihr Partner ebenfalls untersucht und gegebenenfalls behandelt wird.

Vorbeugen

Die sicherste Methode sich vor gefährlichen Geschlechtskrankheiten zu schützen ist der Gebrauch von Kondomen beim Geschlechtsverkehr.

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