Die 100 bedeutendsten Menschen der Weltgeschichte

100 bedeutendsten Menschen

Seit 1999 präsentiert das Time Magazine jedes Jahr die TOP 100 der einflussreichsten Menschen. Doch wer sind die wichtigsten Persönlichkeiten aller Zeiten?

Berühmt zu sein (also öffentlich wahr genommen zu werden), ist im Medien- und vor allem Internetzeitalter keine besondere Leistung mehr. Marshall McLuhans Prognose des viertelstündigen Ruhmes, die später von Andy Warhol aufgegriffen wird, ist mehr oder weniger wahr geworden. Etwas Nachhaltiges zu entdecken oder zu erfinden, von dem in hundert Jahren noch die Rede sein wird oder Entscheidungen zu treffen, deren Konsequenzen jahrzehntelang zu spüren sind, ist dagegen zur Seltenheit geworden oder kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bewertet werden.

Der amerikanische Wissenschaftler Michael H. Hart hat 1978 (dt. 1985) mit seinem Buch „The 100: A Ranking of the Most Influential Persons in History“ die wirkungsmächtigsten Persönlichkeiten der Menschheitsgeschichte zusammengestellt. Auf der Basis der Auswahl des jüdisch-amerikanischen Astrophysikers lässt sich recherchieren, in welchen Disziplinen die einflussreichsten Personen der Weltgeschichte gewirkt haben, woher sie stammen und wann sie gelebt haben.

Die zehn wichtigsten Persönlichkeiten der Welt

Eine detaillierte Auseinandersetzung mit den von Michael H. Hart vorgestellten Persönlichkeiten lohnt sich. Auf den ersten zehn Plätzen finden eine ganze Reihe von Religionsstiftern wie Mohammed (1), Jesus (3), Buddha (4) oder Konfuzius (5), aber auch der Apostel Paulus von Tarsus (6) sowie der Naturforscher und Philosoph Isaac Newton (2), die Erfinder des Papiers, Cai Lun (7) und der Druckerpresse, Johannes Gutenberg (8), Christoph Kolumbus (9) und der deutsche Physiker Albert Einstein (10).

Eine Betrachtung in Bezug auf die Einflusssphären

Etwa ein Viertel dieser bedeutenden Menschen sind als Staatsmänner, Kaiser, Könige aber auch Diktatoren der Einflusssphäre der Politik zuzuordnen. Darunter Napoleon, Hitler, Cäsar, John F. Kennedy, Karl der Große oder auch der Staatsphilosoph Niccolò Machiavelli, dessen Werk „Il Principe“ („Der Fürst“) bis heute rezipiert wird. Der zweitwichtigste Bereich ist die Religion, die zugleich auch die ersten fünf Plätze des Rankings dominiert. An dritter Stelle stehen Philosophen, wie die beiden 1778 verstorbenen Franzosen Descartes und Rousseau, aber auch Laotse und Homer. Zwischen fünf und neun Vertreter sind Naturforscher wie Darwin, Mendel und Pasteur, Physiker wie die Deutschen Röntgen, Planck und Einstein, Mediziner oder Eroberer. Mit jeweils ein oder zwei Persönlichkeiten sind die Bereiche Psychologie (Freud), Literatur (Shakespeare), Kunst (Michelangelo und Picasso) und Chemie (Lavoisier) vertreten.

Woher stammen diese wirkungsreichen Menschen?

Es ist sicherlich keine Überraschung, dass mehr als zwei Drittel der Genannten Europäer sind. Europa gilt seit jeher als Wiege der Antike, des Humanismus und der Aufklärung. Die heute so übermächtigen Vereinigten Staaten von Amerika sind insgesamt von sieben Personen, vor allem durch Politiker, allesamt Präsidenten der USA (Washington, Jefferson und Kennedy) und den Bereich der technischen Erfindungen (Gebrüder Wright) repräsentiert. Asien wird von Persönlichkeiten mit politischen und religiösen Ambitionen dominiert.

In welchen Epochen wurden diese Menschen geboren?

Fast ein Fünftel dieser Personen ist vor unserer Zeitrechnung geboren, wobei der altägyptische Pharao Menes der Älteste ist (etwa 3000 v. Chr.). Innerhalb dieser Periode sind vor allem die Philosophen sehr präsent (Homer, Laotse, Platon oder Aristoteles). Die Zeit des Mittelalters gehört bis auf die Nennung des mongolischen Eroberers Dschings Khan den Europäern. In der Zeit von 500 bis 1500 wirken Könige wie William der Eroberer, Königin Isabella I. oder die Konquistadoren Francisco Pizarro und Hernando Cortés. Bedeutende Erfindungen und Entdeckungen werden gemacht. Gutenberg baut die Druckerpresse, Kolumbus und Vasco da Gama ergründen neue Welten. Nikolaus Kopernikus formuliert die Idee des Heliozentrischen Weltbildes und Martin Luther läutet schließlich die Reformation ein. Und auch das darauf folgende Zeitalter bis zur Aufklärung, das durch Humanismus, Renaissance und Barock (bis 1720) geprägt ist, gehört ausnahmslos den Europäern. Unter den einflussreichsten Persönlichkeiten dieser Zeit, meist englischer Herkunft, sind Philosophen wie Francis Bacon, René Descartes und John Locke, aber auch Naturforscher wie Galileo Galilei, Johannes Kepler und Isaac Newton. Diese Ära ist auch kulturell sehr bedeutsam und wird hier durch William Shakespeare und Johann Sebastian Bach vertreten. Mit der Aufklärung, die nach Kant mit dem „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ zu beschreiben ist, werden vor allen die Franzosen Jean-Jacques Rousseau und Voltaire verbunden. Die nachhaltigen politischen und gesellschaftlichen Umstürze beeinflussen sogar den entfernten Kontinent Amerika. George Washington und Thomas Jefferson gründen die USA und nehmen Ideen der Aufklärung in die amerikanische Verfassung auf.

Das lange 19. Jahrhundert

Das von Eric Hobsbawm, einem der wichtigsten Historiker der Gegenwart, als „langes“ bezeichnete 19. Jahrhundert (1789-1914), das durch eine Reihe von Transformationsprozessen wie Säkularisierung, Industrialisierung aber auch Demokratisierung gekennzeichnet ist, schlägt sich auch darin nieder, dass fast ein Viertel der von Hart als am bedeutendsten bezeichneten Personen zwischen 1800 und 1900 geboren wurden. Darunter Naturforscher wie Darwin oder Mendel, Physiker wie Röntgen, Planck und Einstein, Diktatoren wie Lenin, Stalin, Hitler und Mao oder Erfinder und Unternehmer wie Nikolaus Otto oder die Gebrüder Wright.

Die Jahresliste des Time Magazine

Die erst im 20. Jahrhundert geborenen Personen dieser Liste sind die Physiker Werner Heisenberg und Enrico Fermi, der Biochemiker Gregory Pincus, Erfinder der Anti-Baby-Pille, und John F. Kennedy. Seit 1999 wählt das Time Magazine jedes Jahr die 100 einflussreichsten Menschen. Dies sind „Künstler und Aktivisten, Reformer und Forscher, Staatsmänner und Unternehmenschefs“. 2011 sind unter den TOP10 der ägyptische Internetaktivist Wael Ghonim, der amerikanische Nobelpreisträger und Ökonom Joseph Stiglitz, der US-Unternehmer Reed Hastings, die amerikanische Schauspielerin und Produzentin Amy Poehler, der Menschenrechtsaktivist Geoffrey Canada, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Videospiel-Entwickler Peter Vesterbacka, Angela Merkel, Wikileaks-Gründer Julian Assange sowie der Aktivist Ron Bruder gewesen. Von welchen dieser Menschen wird in 50 Jahren noch die Rede sein? Der wohl einflussreichste, noch lebende Mensch der Welt taucht in solchen Listen nicht mehr auf und ist auch in Harts’ Liste, die Ende der 1970er Jahre entstanden ist, nicht vertreten. Es handelt sich um den ehemaligen russischen Staatschef Michail Gorbatschow, dessen Politik von Glasnost und Perestroika einen beispiellosen politischen Wandel herbeigeführt und den Eisernen Vorhang niedergerissen hat. Für diese Leistung hat er 1990 den Friedensnobelpreis bekommen.

Nach welchen Kriterien Professor Hart diese Menschen ausgewählt hat, warum er den Begründer des Islam als die einflussreichste Person der Welt begreift und was es sonst noch Bemerkenswertes über diese Persönlichkeiten zu erfahren gibt, beantwortet das Buch. Es handelt sich um „ein faszinierendes Buch“ und „eine knappe und lesbare Geschichte der Welt“ (Wall Street Journal).

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