Wer hat Dagobert Duck erfunden

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Carl Barks – Lebenslauf des Erfinders von Dagobert Duck. Carl Barks wurde 99 Jahre alt. Er schrieb zeit seines Lebens Donald Duck Geschichten und erfand zahlreiche neue Figuren neben Donald, wie Onkel Dagobert.

Carl Barks wurde 1901 im US-Bundesstaat Oregon geboren. Bereits in seiner Jugend litt er an Schwerhörigkeit. Das Zeichnen von Karikaturen interessierte ihn schon immer und so machte er einen Zeichen-Fernkurs. 1918 zog er nach San Francisco, wo er als Lehrling in einer Druckerei arbeitete, später ging er auf die Ranch der Eltern zurück, heiratete das erste Mal und arbeitete in einem Holzfällerlager. Ab 1928 wurde er freier Mitarbeiter von Humormagazinen. Von 1931-1935 bekam er eine feste Anstellung beim Witzblatt „Calgary Eye Opener“ in Minneapolis. Daneben fertigte er Karikaturen für das Humorblatt „Judge“ an. 1935 bewarb er sich mit einer gezeichneten Szene aus Schneewittchen bei Walt Disney und wurde aufgenommen. Sieben Jahre lang arbeitete er als „Storyboarder“ in den „Disney Studios“. Seine Arbeit bestand darin, Geschichten zu erfinden, in Einzelbildern zu skizzieren und diese dann auf großen Tafeln zu „Storyboards“ zusammenzustellen. In dieser Zeit entstanden durch seine Mithilfe auch 36 „Donald Duck“ Filme.

Carl Barks schreibt die erste zusammenhängende Comicgeschichte über Donald Duck

1942 war der Anfang seiner Karriere als Comiczeichner, denn, zusammen mit Jack Hannah schrieb er eine Comicgeschichte, die erstmals kein Nachdruck der Comic Strips der Zeitungen war, sondern extra für das erste Donald Duck Comic Heft geschrieben wurde. Diese Geschichte hieß: „Donald Duck finds pirate Gold“ und war 64 Seiten lang. Kurz danach verließ Barks das „Disney Studio“ und zog mit seiner zweiten Frau nach San Jacinto, wo er eine Hühnerfarm betrieb. Daneben schrieb er weiter „Duck“ Geschichten für die neue Monatszeitschrift „Walt Disney’s Comics“. Zunächst überarbeitete Barks nur die bereits vorhandenen Manuskripte, bald aber übernahm er die ganze Arbeit, das heißt, er erfand die Geschichten, zeichnete sie und schrieb den Text dazu. Von April 1943 bis 1965 war es Carl Barks, der die zehnseitigen Geschichten in „Walt Disney’s Comics and Stories“ schrieb.

„Dagobert Duck“ und viele andere Figuren werden von Carl Barks erfunden und treten erstmals in Comics auf

Im Rahmen dieser Geschichten erfand Barks viele neue Charaktere und Figuren. Die allerwichtigste und bekannteste ist natürlich die Figur von Onkel Dagobert, die Barks im Jahre 1947 basierend auf die Weihnachtsgeschichte „A Christmas Carol“ (1843) vom englischen Autor Charles Dickens, übernahm. In der Geschichte von Dickens ging es um einen geizigen schottischen Millionär namens „Ebenezer Scrooge“, daher übernahm Barks den Namen „Scrooge MacDuck“, auf Deutsch Dagobert Duck oder Onkel Dagobert. Nicht nur Onkel Dagobert verdankt Barks seine Geburt, sondern auch andere Hauptfiguren um Donald, wie Daniel Düsentrieb und Helferlein, die erstmals 1952 erschienen. Bei der Hexe Gundel Gaukeley, die 1961 erstmals erschien, ließ sich Barks von zwei Frauenfiguren inspirieren: von der italienischen Schauspielerin Sophia Loren einerseits und von Mortica aus dem „Cartoon“ von Charles Addams andererseits. Weitere Erfindungen von Barks sind die Panzerknackerbande (1951) und Franz Gans, der 1939 zwar von Al Taliaferro erstmals gezeichnet wurde, aber bereits von Barks 1937 für einen nie realisierten Kurzfilm erfunden wurde. Dann Gustav Gans (1948), Fähnlein Fieselschweif (1951), Klaas Klever (1961) und andere.

Carl Barks recherchiert für seine Donald Duck Geschichten in Geographielexika

Für die Donald Duck Geschichten, die oft in den entlegensten Plätzen unseres Planeten spielen, recherchierte Barks oft tagelang in den Sammelbändern des „National Geographic“ und konnte somit wirklichkeitsähnliche Landschaften zeichnen. Insgesamt schuf Carl Barks 6371 Comic Seiten für die amerikanischen Disney Comic Hefte. Seine letzte Geschichte zeichnete er im Jahre 1968. Heute gibt es eine 30-bändige Buchausgabe aller Barks Geschichten – die „Carl Barks Library“ – zu bewundern und zu lesen, in Deutschland vom Egmont-Ehapa Verlag herausgegeben. Ab dem Jahre 1982 zeichnete Barks nur mehr Lithographien nach Ölgemälden.

Reise nach Europa und Besuch bei Donald Duck Autoren in Deutschland und Italien

1994 verließ Carl Barks erstmals in seinem Leben das amerikanische Festland, um endlich jene Länder kennen zu lernen, die er selbst in den Duck-Geschichten so genau nachgezeichnet hatte. Vielmehr aber diente seine Europatour dazu, einige europäische „Duck“ Mitwirkende persönlich kennen zu lernen, wie zum Beispiel die langjährige Übersetzerin seiner Duck Geschichten, Doktor Erika Fuchs in Deutschland oder sogar viele italienische und internationale Donald Duck „Cartoonists“. Ein paar hatte er schon bei einem Besuch im „Walt Disney Studio“ in Burbank kennen gelernt wie: Giuseppe Perego, Marco Rota, Romano Scarpa, Giovan Battista Carpi. Aber erst in Mailand sowie im ligurischen Ort Rapallo lernte er fast alle italienischen Donald Duck Mitwirkenden kennen.

Zitate über und von Carl Barks hinsichtlich seiner Hauptleistung in den Comics

„In the cartoons Donald Duck was mainly a loafing, lazy hothead whose main funny quality was his hardly understandable quacking. To make him suitable for a comic-book story, Barks decided to give him a personality, an articulated speech and shaded emotions.“

Dieses Zitat ist sehr bezeichnend für das eigentliche Schaffen von Carl Barks. Seine Hauptleistung besteht darin, dass er nicht nur neue Duck Figuren erfunden hat, sondern dass er den Figuren insgesamt eine eigene Identität, eigene Charakterzüge gegeben hat und sie, im Gegensatz zu den Zeichentrickfilmen, auch sprechen lässt. Sein Schaffen kann mit dem eines Vaters verglichen werden, der für die Erziehung zuständig ist und die Charaktere schlussendlich in der Weise formt, dass die Grundeigenschaften doch über alles andere dominieren. Somit kann Carl Barks als Vater der Ducks angesehen werden:

„I always felt myself to be an unlucky person like Donald, who is a victim of so many circumstances. But there isn’t a person in the United States who couldn’t identify with him. He is everything, he is everybody; he makes the same mistakes that we all make. He is sometimes a villain, and he is often a real good guy and at all times he is just a blundering person like the average human being and I think that is one of the reasons people like the Duck (Carl Barks, taken from 1975 and 1981 quotes). Is Donald a duck or is he a human? Donald can perhaps best be described as a parody of a human.“

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