Wer erfand Atombombe – wer hat Atombombe erfunden

Atombombe

Wer hat die Atombombe erfunden

Die Entdeckung der Kernspaltung und die Erfindung der Atombombe haben die Welt wie keine andere wissenschaftliche Entdeckung zuvor verändert. Im Jahre 1898 entdecken Marie und Pierre Curie den Zerfall des Elementes Radium in andere Elemente, wobei ionisierende Strahlung abgegeben wird. Ernest Rutherford entwickelt 1911 seine Theorie vom Aufbau des Atoms und vom radioaktiven Zerfall, basierend darauf entwickelt Niels Bohr sein Atommodell. Am Kaiser Wilhelm Institut für Chemie weisen 1938 Otto Hahn und Fritz Straßmann nach, daß sich die Atomkerne des Urans unter Neutronenbeschuß spalten.

Lise Meitner liefert die physikalisch-theoretische Erklärung der Kernspaltung

1939 weisen Joliot, Halban und Kowarski die bei der Kernspaltung freiwerdenden Neutronen nach, welche eine Kettenreaktion in Gang setzen. Lise Meitner und Siegfried Flügge berechnen die Größenordnung der bei der Kernspaltung freigesetzten Energiemengen. Gemeinsam mit Otto Frisch verfasste Meitner die erste physikalisch-theoretische Erklärung der Kernspaltung.

Ziel der militärischen Forschung ist die Atombombe

Seit Beginn des zweiten Weltkriegs erhalten militärische Zielsetzungen oberste Priorität. Die Entwicklung der Atombombe beziehungsweise die Entwicklung von Kernreaktoren zur Herstellung der erforderlichen Spaltprodukte in ausreichender Menge. Unter der Leitung von Werner und Walther Bothe baute der Uranverein 1941 einen Versuchsreaktor, in welchem allerdings bis Kriegsende keine sich selbst erhaltende Kettenreaktion erzeugt werden kann.

Die erste kontrollierte Kettenreaktion

Enrico Fermi konstruiert und baut mit seinem Mitarbeiterteam der Universität von Chicago den ersten Versuchskernreaktor, den sogenannten CP-1, und setzt am 2. Dezember 1942 die erste kontrollierte Kettenreaktion in Gang.

Das Manhattan Projekt und Einsteins Brief an Präsident Roosevelt

Im Frühjahr 1942 ist sowohl in den USA als auch im 3. Reich die prinzipielle technische Möglichkeit des Baus einer Atombombe erwiesen. Der hohe notwendige materielle und finanzielle Aufwand veranlaßt das Oberheereskommando aber zum Glück zu einer Reduzierung ihrer Arbeiten.

In den USA erkennt man die potentiell kriegsentscheidende Wirkung, die eine Atombombe haben könnte, und konzentriert alle Anstrengungen zu ihrer Realisierung im Manhattan-Projekt (1942-1945), das mit einem immensen finanziellen Aufwand von etwa vier Milliarden US Dollar betrieben wird. Albert Einstein unterschrieb am 2. August 1939 einen Brief an den US-Präsidenten Roosevelt, in dem die drohende Gefahr einer deutschen Atombombe heraufbeschworen wurde. Dieser Brief wird von Leo Szilard verfasst, der zusammen mit anderen Physikern Einstein zur Unterschrift überredet. Einstein versucht in einem weiteren Schreiben im Jahre 1945 den Abwurf einer Atombombe über bewohntes Gebiet zu verhindern.

Das Manhattan Projekt, an dem zeitweise bis zu 120.000 Menschen mitwirken, ist der traurige Höhepunkt in einer langen Tradition der systematischen Militarisierung der Wissenschaft in den führenden industrialisierten Ländern.

Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki

Am 6. und 9. August 1945 sterben insgesamt etwa 500.000 Menschen bei den Bombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki. Nach dem zweiten Weltkrieg ist eines der Hauptanliegen der Alliierten, die Kontrolle und Überwachung der wissenschaftlichen Forschung Deutschlands durch den Alliierten Kontrollrat sicherzustellen.

Im Jahr 1946 wird der „Deutsche Forschungsrat“ gegründet, der unter anderem die „Kernphysikalische Kommission“ beherbergt, welche 1952 bei Gründung der „Deutschen Forschungsgemeinschaft“ als „Kommission für Atomphysik“ übernommen wird. Am 2. März 1950 wird das Gesetz Nr. 22 der „Alliierten Hohen Kommission“ verabschiedet, in dem das Verbot der Betätigung in Kernforschung und Kerntechnik, die als militärische Forschung deklariert wird, explizit aufgeführt wird.

Am 20. Dezember 1951 wird im US-Staat Idaho mit dem Versuchsreaktor EBR 1 zum ersten Mal Strom durch Kernenergie erzeugt. Im Jahr 1953 erfolgt die Gründung der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) in Bern.

Dwight D. Eisenhower hält seine berühmte „Atom for peace“ – Rede

Am 8. Dezember 1953 hält Dwight D. Eisenhower seine berühmte „Atom for peace“ – Rede vor der UNO. Dabei erklärt Eisenhower die friedliche Nutzung der Atomenergie zur internationalen Aufgabe. In den frühen fünfziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts träumte man davon, Schiffe, Flugzeuge, Raketen, Lokomotiven und selbst Autos mit atomarem Antrieb zu versehen. „Mini Reaktoren“ sollten Häuser heizen, Wüsten mit atomar entsalztem Meerwasser fruchtbar gemacht und Elektrizität so billig wie nie zuvor in nahezu unbeschränkten Mengen produziert werden können.

Daraufhin leiten die USA einen Technologietransfer ein, von dem unter anderem auch die Bundesrepublik Deutschland profitiert. Neben der damals bereits utopischen Hoffnung auf ein friedliches Nebeneinander bei der Nutzung der Kernenergie werden die USA auch durch die Überlegung getrieben, die UdSSR außenpolitisch auszuspielen und die Kontrolle über spaltbares Material zu behalten.

Vom 8. bis 20. August 1955 initiiert die UNO die erste Konferenz zur friedlichen Nutzung der Atomenergie in Genf. Die Entwicklung einer neuen Energiequelle wird für die Deckung des künftigen Energiebedarfs als notwendig erachtet, es werden jedoch auch die ersten kritischen Stimmen zur Nutzung der Kernenergie laut.

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