Arthur Wehnelt und der Elektrolyt-Unterbrecher

Arthur Rudolp Berthold Wehnelt war ein deutscher Physiker, der wichtige Beiträge auf dem Gebiet der Elektrodynamik leistete. Wehnelt Forschungen konzentrierten sich im Wesentlichen auf die Gebiete Röntgenphysik und Elektronenlehre. Seine weitreichenste Erfindung war der Wehnelt-Unterbrecher.

1871 in Rio de Janeiro geboren, studierte Wehnelt  am Ende des 19. Jahrhunderts zunächst an der Technischen Hochschule Charlottenburg Physik, von 1893 bis 1897 an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. In Erlangen promovierte 1898 und habilitierte 1901. Nachdem er 3 Jahre als Privatdozent dozierte, wurde Wehnelt 1904 außerordentlicher Professur für Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 1906 wechselte er an die Universität Berlin und lehrte dort bis 1937.

Erfindungen von Arthur Wehnelt

Bedeutende Beiträge leistete er zu den Vorgängen bei Gasentladungen und über den Elektronenaustritt von Metallen. Wehnelt’s Erfindungen reichen vom Wehnelt-Unterbrecher, über den Wehnelt-Zylinder (1902), einem Härtemesser für Röntgenstrahlen (1903) bis hin zur Ventilrohr Oxiskathode (1904). 1926 wies Wehnelt in einem Experiment die Raumladung in Elektronenröhren nach.

Arthur Wehnelt erfand 1899 den Wehnelt-Unterbrecher bzw. Elektrolyt-Unterbrecher. Diese Apparatur funktioniert auf Basis von Elektrolyten und ermöglicht das schnelle rhythmische Unterbrechen eines Gleichstroms. Mit diesem Gerät waren bis zu 2.000 Unterbrechungen pro Sekunde möglich.

Funktionsweise des Wehnelt-Unterbrechers

Der Unterbrecher besteht aus einem Gefäß, das mit verdünnter Schwefelsäure gefüllt wird. Es wird eine Bleiplatte in Flüssigkeit getaucht. Hier gegenüber steht eine feine Platinspitze, die durch die rechte Glaswand oder den Deckel hindurchgeführt ist. Wenn Strom durch die Platinspritze eintritt und durch die Flüssigkeit weitergeleitet wird, tritt der Strom an der Bleiplatte wieder aus. Während dieses Vorganges wird die Flüssigkeit an der Platinspitze zersetzt und es bildet sich kurzzeitig eine glühende Glashülle, die den Strom unterbricht. Die Glashülle wird sofort weggeschleutert, worauf sich eine Neue bildet, und das etwa 2.000 pro Sekunde.

Auf Grundlage des Wehnelt-Unterbrechers wurde unter anderem 1905 der Löschfunksenderentwickelt, der Morsezeichen drahtlos übermitteln konnte. Heute findet das Funktionsprinzip der Unterbrecher vor allem Anwendung bei elektrischen Läutewerken, wie Alarmeinrichtungen.

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