125 Jahre Auto: Bertha Benz bringt das Automobil ins Rollen

bertha benz

Die Geschichte des Autos beginnt, als Carl Benz 1886 sein Patent für seinen Motorenwagen in Mannheim anmeldet. Aber Bertha Benz sorgt für den Erfolg. Am 29. Januar 1886 reichte Carl Benz das Patent für seinen Motorwagen ein. Dieses Datum gilt als Geburtsstunde des Autos.

Der erste Führerschein für Carl Benz

Doch die Begeisterung der Öffentlichkeit hielt sich in Grenzen. Obwohl Carl Benz 1888 die erste offizielle Fahrerlaubnis ausgestellt wurde – der Führerschein wurde in Deutschland erst 1909 eingeführt –, behinderten die Behörden den Pionier immer wieder und verhängten wiederholt Fahrverbote. Zu gefährlich erschien das knatternde Ungetüm auf der Straße. Misstrauisch war auch Kaiser Wilhelm II. Seine Majestät soll gesagt haben: „So lange ich warme Pferde habe, besteige ich einen derartigen Stinkkarren nicht.“

Vielleicht wäre Benz’ Erfindung nie richtig ins Rollen gekommen, wäre er nicht mit einer tüchtigen Frau verheiratet gewesen. Bertha Benz hatte immerhin ihre Mitgift geopfert für die Ideen ihres Mannes. Die Familie lebte in ganz bescheidenen Verhältnissen – mit fünf Kindern in zwei kleinen Zimmern neben der Werkstatt. Sie wollen Miete sparen, damit der Erfinder seine Pläne verwirklichen konnte: ein Wagen, der mit Motorkraft angetrieben wird.

Carl Benz träumt schon als Kind von einer Motorkutsche

Benz träumte bereits als Schüler von einer Motorkutsche. Sein erstes Automobil hat einen Motor mit einem Liter Hubraum und einem PS und sieht aus wie ein Dreirad, auf das eine Gartenbank montiert ist. Und es rollt auf riesigen Speichenrädern auf Vollgummireifen. Aber es rollt.

Das neue Automobil wird vielfach bestaunt. Es ist eine lokale Attraktion, wenn Benz durch Mannheim knattert. Aber auf die Idee das Gefährt zu kaufen, kommt niemand. Es fehlt die richtige PR, wie wir heute sagen würden. Aber Bertha Benz will nicht kampflos aufgeben. Zu viele Opfer hat die Familie schon gebracht.

Berthas Ausfahrt wird legendär

Im August 1888 macht sie sich mit den Söhnen Richard und Eugen auf von Mannheim nach Pforzheim und zurück: 106 Kilometer, damals eine Wahnsinnstrecke. Zwischendurch halten die drei an einer Apotheke, um das brandgefährliche Ligroin nachzutanken. Mit Haarnadel und Strumpfband erledigt Bertha kleine Reparaturen, die Jungs müssen zwischendurch aussteigen und anschieben, wenn es bergauf geht.

Vor einem vornehmen Hotel „Zur Post“ in Pforzheim machen sie Rast. Die reichen Hotelgäste bestaunen das Fahrzeug. Stolz telegrafiert Bertha nach Mannheim, dass die erste Fernfahrt gelungen ist. Damit hatten sie der Welt bewiesen, dass Benz Automobil gebrauchstüchtig ist.

Benz und Daimler fusionieren zu Daimler-Benz

Carl Benz entwickelt das Automobil weiter. Sein Ziel ist es, ein preisgünstiges Auto für jedermann zu bauen. Möglichst auf vier Rädern, sein erster Motorwagen war nur aus finanziellen Gründen dreirädrig gewesen. Im Jahr 1900 hat er die größte Autofabrik der Welt: Er beschäftigt 430 Mitarbeiter und liefert über 600 Wagen im Jahr aus. Doch die Konkurrenz schläft nicht.

Gottlieb Daimler entwickelte seit 1887 gemeinsam mit dem Motorenbauer Wilhelm Maybach ebenfalls Automobile. 1901 übertreffen sie Benz erstmals mit ihrem Mercedes. Im Jahr 1926 vereinigen sich die Konkurrenten zur Daimler-Benz AG. Drei Jahre später stirbt Benz im Alter von 84 Jahren. Bertha überlebte ihn um 15 Jahre und stirbt 1944 im Alter von 94 Jahren.

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